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Porträts
Provokateur mit scharfer Zunge PDF Drucken

Thomas Schmid, 21.01.2011


Er ist das Enfant terrible unter den Kulturschaffenden Tunesiens, und er war der Intimfeind des nach Saudi-Arabien geflüchteten Ex-Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali. Nun will Taoufik Ben Brik selbst Präsident seines Landes werden. Nach dem Menschenrechtler Moncef Marzouki, der aus dem Pariser Exil zurückgekehrt ist, ist der 50-jährige Schriftsteller und Journalist der Zweite, der seine Kandidatur für die kommenden Wahlen angekündigt hat.

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Staatsposten für die Stimme des Internets PDF Drucken

Thomas Schmid, Berliner Zeitung, 19.01.2011


TUNIS. Facebook und Twitter waren der Motor der tunesischen Jasmin-Revolution. So ist es nur gerecht, dass der bekannteste Blogger des Landes einen Job in der Regierung erhielt: Slim Amamou ist seit gestern Staatssekretär im Ministerium für Jugend und Sport. Der 33-Jährige war erst am vergangenen Donnerstag aus dem Gefängnis entlassen worden - an dem Tag, an dem der geflüchtete Ex-Präsident Zine el Abidine Ben Ali die Pressefreiheit verkündete und die gesperrten Internet-Seiten freigegeben wurden. Amamou war eine Woche zuvor wegen mutmaßlicher Zugehörigkeit zur Hacker-Gruppe Anonymous festgenommen worden. Diese hatte die Websites sämtlicher Ministerien, der Nationalbank und der Börse lahmgelegt, um gegen die Pressezensur zu demonstrieren. Die tunesischen Medien hatten die Unruhen, die sich zur Jasmin-Revolution auswuchsen, wochenlang totgeschwiegen.

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Zertretene Ehre PDF Drucken

Thomas Schmid, Berliner Zeitung, 10.10.2010

Die Koreanerin Won Ok Gil wurde in japanischen Militärbordellen zur Prostitution gezwungen. Sie verlangt Entschädigung


BERLIN. Won Ok Gil schließt die Augen. Es dauert eine Weile, bis ihre Antwort kommt. Vielleicht muss sie sich erst die Bilder in Erinnerung rufen. Es ist ja alles mehr als 70 Jahre her. "Ich spielte mit drei Freundinnen auf der Straße", sagt sie schließlich, "da kam eine Frau auf uns zu und sagte, wir könnten in einer Fabrik arbeiten, Geld verdienen, und eine Ausbildung gebe es da auch. Hinter ihr stand ein Mann. Mich wollten sie zuerst nicht mitnehmen, weil ich zu klein war. Aber ich bettelte, bis schließlich auch ich mit durfte. Als ich am Bahnhof den Zug bestieg, hatte ich die anderen drei Mädchen aus den Augen verloren. Ich heulte, wollte zurück zu Mama. Da war es schon zu spät." Zwölf Jahre war sie damals alt. Fünf Jahre sollte der Horror dauern.

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Späte Strafe für Argentiniens letzten Diktator PDF Drucken

Thomas Schmid, Berliner Zeitung, 22.04.2010


25 Jahre Haft für Ex-General Bignone



BERLIN. Nun hat ihn die Vergangenheit doch noch eingeholt. Reynaldo Bignone, der letzte Präsident der Militärdiktatur, die Argentinien von 1976 bis 1983 regierte, wurde am Dienstag wegen schweren Raubes, Freiheitsberaubung und Folter zu 25 Jahren Haft verurteilt. Das zuständige Bundesgericht verfügte zudem, dass der 82-jährige Ex-General, der seit 2007 unter Hausarrest stand, in ein normales Gefängnis zu überführen sei.

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Verfemter Genosse PDF Drucken

Thomas Schmid, Berliner Zeitung, 20.04.2010


Zum Tod des kubanischen Schriftstellers Carlos Franqui



Als die bärtigen Männer um Fidel Castro noch in den Wäldern der Sierra Maestra gegen die Diktatur Fulgencio Batistas kämpften, war er ihr Sprachrohr. Er leitete den klandestinen Rundfunksender "Radio Rebelde" ("Rebellisches Radio") und die Zeitschrift "Revolución", die er auch nach dem Sieg der Revolution 1959 weiter herausgab. Als er am Freitag in seinem Exil in Puerto Rico starb, schwieg das offizielle Kuba. Der Schriftsteller und Poet Carlos Franqui war, wie so viele Kämpfer der ersten Stunde, in Castros Kuba persona non grata.

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Schreiben bis zum Lebensende PDF Drucken
Thomas Schmid, 03.12.2009

Er ist der älteste unter den mehr als 250 Journalisten, die nach München gekommen sind, um über den Prozess gegen den mutmaßlichen Kriegsverbrecher John Demjanjuk zu berichten. Und er sitzt immer in der hintersten Reihe. Da hat er alles im Überblick. Schließlich hört er trotz seiner 83 Jahre noch gut. Noah Klieger gehört der Redaktion der israelischen Zeitung Yedioth Ahronoth an und ist aus Tel Aviv angereist. Er hat über viele große Prozesse gegen nationalsozialistische Kriegsverbrecher berichtet: über den Eichmann-Prozess in Jerusalem, die Auschwitz-Prozesse in Frankfurt, den Majdanek-Prozess in Düsseldorf und den Prozess gegen Klaus Barbie, den Gestapo-Chef von Lyon.

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Arzt und Brückenbauer aus Jerusalem PDF Drucken

Hisham Maizar vertritt die Muslime der Schweiz


Thomas Schmid, Berliner Zeitung, 27.11.2009


ROGGWIL. Geboren ist der Muslim Hisham Maizar im christlichen Viertel der Altstadt von Jerusalem, wo ein Jude seinem Vater ein Geschäft vermittelt hatte. Die allen drei Buchreligionen heilige Stadt gehörte damals zum britischen Mandatsgebiet. Beim Fußball in den Gassen hinter der Grabeskirche spielten Kreuz und Halbmond keine Rolle. Heute ist der 68-Jährige Präsident der Föderation Islamischer Dachverbände in der Schweiz, der über 150 islamische Zentren angehören. Er ist ein Mann, der zuhört und seine Worte abwägt. Und er versteht sich als Brückenbauer. Der Dialog zwischen Christen und Muslimen ist ihm wichtiger denn je. Denn in der Schweiz stehen die Zeichen auf Kulturkampf.

Leuchttürme.

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Der Blick in die Welt, Thomas Schmid