Die kleinere jugoslawische Republik wird zum Refugium für Oppositionelle und Deserteure
Autor: Thomas Schmid
Montenegro, der kleinere Partner im jugoslawischen Staatsverband, geht immer deutlicher eigene Wege und fordert das Regime in Belgrad heraus.
Das Volk ist vertrieben, das Land entvölkert. Trotzdem ist die Kosovo-Befreiungsarmee UCK nicht am Ende. Denn jedes zerschossene Haus stärkt die Guerilla politisch. Ihre Führung agiert jetzt schon wie die Regierung eines echten Staates.
Seit dem Abzug der internationalen Beobachter nutzen die Serben die Zeit, um die UCK zu vernichten. Die Albaner erleiden Terror und Vertreibung. Augenschein in der Drenica.
Im zentralen Hochland des Kosovo vertreibt eine Offensive der serbischen Streitkräfte Tausende von Albanern.
In Bukos, einem Dorf im Kosovo, lebten Albaner und Serben friedlich zusammen. Innerhalb einer Woche wurden vier Menschen erschossen. Nun herrscht tiefes Mißtrauen.
Wie das Kosovo hatte auch die Vojvodina innerhalb Serbiens bis vor zehn Jahren den Status einer autonomen Provinz. Gegen das Regime in Belgrad macht sich Unmut bemerkbar.
Bei Racak verübten serbische Polizisten ein Massaker. Viele Albaner verstecken sich nun, andere wiederum bringen auf Pferdewagen die Toten ins Dorf.
Die serbische Minderheit im Kosovo hat Angst vor einer Zukunft in einem albanisch dominierten Staat.
In der zweitgrößten Stadt des Kosovo benimmt sich seit der Ermordung von sechs serbischen Jugendlichen die Polizei wieder wie eine Besatzungsmacht.