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Nicaragua


Bauern auf verlorenem Land PDF Drucken
Thomas Schmid - Berliner Zeitung - 12.11.1998
Für die Menschen am nicaraguanischen Vulkan Casita folgt auf die Schrecken des Schlamms die Angst vor einer ungewissen Zukunft


POSOLTEGA, im November. Als Mitch, der verheerendste Hurrikan, den Mittelamerika in den letzten 200 Jahren kennengelernt hat, Nicaragua attackierte, schwoll der Kratersee des Vulkans Casita unter den hereinstürzenden Regenmaßen so stark an, daß eine Wand des Berges platzte. Eine Schlammlawine raste den Hang hinunter und begrub unter sich ein halbes Dutzend Dörfer. Die breite Spur, die sie hinterlassen hat, ist schon aus Leon, der 30 Kilometer entfernten Provinzhauptstadt, zu erkennen. Der Schlamm ist inzwischen zumindest an der Oberfläche eingetrocknet. "Da, wo er Risse hat", sagt Williams, "da kannst du hintreten, da ist er am festesten." Der zwölfjährige Junge hat sich ungefragt als lokaler Führer angedient. Moncho, sein um zwei Jahre jüngerer Bruder, ist auch mitgekommen. "Willst du die Leichen sehen?" fragt er ziemlich unvermittelt und geht vorsichtig über den Schlamm. Auch da, wo er Risse zeigt, sinkt der Junge bisweilen bis weit über die Knöchel ein.
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Der Blick in die Welt, Thomas Schmid