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Albanien


Europas letzte Derwische PDF Drucken
Thomas Schmid | Berliner Zeitung - 14.08.1999

Die Bektaschi in Albanien pilgern zum Fest auf ihren heiligen Berg Tomorr


Der Tomorr ist einer der höchsten Gipfel Südalbaniens. Hier sind noch Falken heimisch und Wölfe. Es herrscht eine heilige Stille in dieser abgeschiedenen Gegend. Doch unten auf der Passhöhe des Kulmak lärmen Tausende, die aus dem ganzen Land zu Fuß, auf Maultieren, mit dem Lastwagen oder Jeep hierher gekommen sind. Männer mit geschulterten Lämmern stapfen den steinigen Weg hoch. Sie haben die Tiere bei einem der Schäfer gekauft, die sich an der Straße zum Pass niedergelassen haben. Hunderte von Lämmern werden Ende August hier oben geschlachtet. Vier Tage lang dauert das Fest, das die Bektaschi jedes Jahr auf dem Tomorr feiern.
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Kalaschnikows im Überfluss PDF Drucken


Thomas Schmid, DIE TAGESZEITUNG (TAZ), 10.06.1998


Täglich kommen Flüchtlinge aus dem Kosovo übers Gebirge nach Albanien. In umgekehrter Richtung
werden Waffen geschmuggelt - Nachschub für die UCK-Kämpfer  

Eines fernen Tages wird vielleicht auch der Norden Albaniens im Angebot von "NUR", "TUI" und "Neckermann" stehen. Doch noch ist an Fremdenverkehr nicht zu denken. Jede Infrastruktur fehlt, und es herrschen rauhe Sitten. Schon kurz hinter der Hauptstadt Tirana werden Kotztüten verteilt und noch schnell zwei notdürftig verpackte Kalaschnikows in den Gepäckraum des Sammeltaxis geworfen. Auf mit Schlaglöchern übersäten Straßen erreicht man nach fünf Stunden das nur 150 Kilometer entfernte Dörfchen Koman. Dort ist Ende. Die Fahrgäste steigen in einem stinkenden Tunnel aus, stolpern dem Licht entgegen, wo eine Fähre auf sie wartet.

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Der verratene Prinz PDF Drucken
Thomas Schmid | Berliner Zeitung - 28.06.1997

Albaniens erstes Staatsoberhaupt war ein Deutscher. Doch Wilhelm zu Wied mußte schon sechs Monate nach seiner Ankunft das Land fluchtartig verlassen


Auf einer dem Meer zugekehrten Bank saß der Fürst in seiner hellgrauen Phantasieuniform, neben ihm die Fürstin, eine schlanke junge Frau, abseits hatten die Damen und Herren des Gefolges Platz genommen. Dazwischen liefen die Kinder des Herrscherpaares umher, die kleine Tochter und der Kronprinz; sie genossen, so gut es ging, die etwas enge Spielstätte, die ihnen die Politik der Erwachsenen auf einem bescheidenen Fleckchen Erde eingeräumt hatte. Und draußen, auf dem staubigen Landungsplatz vor dem Garten, stand das Volk, drängte sich an den grünen Zaun und betrachtete staunend die fremden Gäste dort drinnen, die mit einemmal vorgaben, Albaner geworden zu sein." So erinnert sich Friedrich Wallisch an das Bild, das sich ihm im Frühling 1914 in der albanischen Hafenstadt Durres bot. Albanien, das war "ein Landfetzen ,hinten, weit in der Türkei , der über Nacht zu einem europäischen Staat werden sollte", schreibt der deutsche Krankenpfleger, "diese Urzeugung eines Staates mitanzusehen, wollte ich nicht versäumen."
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Der Blick in die Welt, Thomas Schmid