Ohne internationales Eingreifen droht in Haiti eine Katastrophe
Haiti blickt in den Abgrund der Selbstzerfleischung. Um zu verstehen, warum, muss man zehn Jahre zurückblicken.
Autor: Thomas Schmid
Im April wählen die Algerier ihren Präsidenten. Die Militärs behaupten, sie hielten sich heraus. Keiner glaubt es Algier
Wirtschaftlich ruiniert, von bewaffneten Gangs terrorisiert – Haiti steht am 200. Jahrestag seiner Unabhängigkeit vor dem Zerfall. Der Hass gilt dem Präsidenten, der einst als Armenpriester bejubelt wurde
Im hohen Alter drohte er in der Flut eingehender Postsendungen zu ertrinken. Wissenschaftler schickten ihre Traktate, Studenten ersuchten um Empfehlungsschreiben, Abenteurer fragten nach Reisetipps. Die meisten Absender aber waren einfache Bürger, die den Allwissenden um Rat baten.
Die Protestbewegung der Aymara-Indianer verhalf einem neuen Präsidenten in Bolivien zur Macht. Die Rebellen geben ihm neunzig Tage
Marokkos Herrscher Mohammed VI. krempelt das gesamte Familienrecht um
Kubas Geheimdienst behauptet, der prominente Dissident Elizardo Sánchez sei sein Spitzel gewesen. Der Beschuldigte leugnet
Vor 30 Jahren bereitete Chiles Militär Salvador Allendes Traum vom demokratischen Sozialismus ein brutales Ende. Die Chronik eines Schreckenstages
Am 26. Juli 1953 fiel der Startschuss zur kubanischen Revolution: Castro wollte die Moncada-Kaserne von Santiago stürmen. 19 Soldaten starben beim gescheiterten Versuch, den der Revolutionsführer mit weniger als zwei Jahren Gefängnis büßte. Fünfzig Jahre später: Anfang April wurden auf Kuba 72 Dissidenten zum Teil zu über zwanzig Jahren Haft verurteilt. Sie hatten nur mit der Feder gekämpft. Ebenfalls im April wurden drei junge Männer füsiliert. Sie waren beim Versuch gescheitert, ein Schiff zu entführen.
Die zwölf Selbstmordattentäter, die sich in Marokko am 16. Mai 2003 in die Luft jagten und 31 weitere Menschen in den Tod rissen, kamen alle aus demselben Slum-Viertel. Der Terrorismus ist hausgemacht und das Land rätselt, wer schuld ist.