San Cristóbal de las Casas, das malerische Städtchen im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas, hat innerhalb nur weniger Tage mehrere Invasionen erlebt: Am Neujahrstag besetzten indianische Guerilleros den Ort. Dann kam die Armee, die seither den Aufstand der Ureinwohner mit brutaler Gewalt unterdrückt. Und schließlich die Presse – die kein Pulver riechen durfte.
Autor: Thomas Schmid
Noch leben 680 Juden in der bosnischen Metropole, einst blühendes Zentrum der Sefarden. Von fünf Synagogen dient nur noch eine als Tempel, der Friedhof ist von Schützengräben durchzogen.
In den Trümmern der Hauptstadt Ostslawoniens hausen Flüchtlinge. Die „Republik der Serbischen Krajina“ wird von irregulären Verbänden beherrscht. Die UN-Truppen sind machtlos.

Während in Bosnien der Krieg tobt, setzt sich die süddalmatische Hafenstadt mit seinen Folgen auseinander. Serbische Artilleriegeschosse haben zahlreiche Wunden im mittelalterlichen Stadtkern hinterlassen. Im Umland von Dubrovnik sind viele Dörfer völlig zerstört.
In der kroatisch besiedelten westlichen Herzegowina tummeln sich drei Armeen. Mostar, die Hauptort der Region, wo noch immer täglich Dutzende von Geschossen der serbischen Artillerie einschlagen, ist inzwischen eine Trümmerlandschaft.
Täglich werden in der von serbischen Freischärlern umzingelten bosnischen Hauptstadt Menschen von Granaten getötet, Heckenschützen schießen auf alles, was sich bewegt. „Gebt uns Waffen“, so die verzweifelte Forderung.
Wie sich 1938 auf der Konferenz von Évian 32 Staaten höflich davor drückten, die deutschen Juden aufzunehmen.
In Jugoslawien sind bereits 260.000 Menschen auf der Flucht – und es werden täglich mehr.
Der Drei-Völkerstaat Bosnien-Hercegowina – Opfer des jugoslawischen Bürgerkrieges
Am vergangenen Sonntag starb in Zürich im Alter von 81 Jahren der Buchhändler, Kommunist, Verleger, Antiquar, Jude und Mentor einer ganzen Generation von Linken.